2010 Mongolei

Ja – diese Reise stand unter einem ganz besonderen Stern…

Geplant war von uns aus 2011 durch Zentralasien über den PAMIR HIGHWAY zu fahren. Wir hatten bereits alle Genehmigungen um den Pamir überqueren zu dürfen, unsere GS 1150 ADV befand sich bereits in Topzustand und wir warteten nur mehr auf unser letztes Visum – nämlich das von Turkmenistan. Es kam nicht und es kam einfach nicht…Telefonieren mit der Botschaft in Wien war etwas schwierig da nur sehr selten jemand abhob und dann – ich konnte es nicht glauben  kam die total überraschende Antwort:

Die Visaanträge incl. Pässe sind NIE in der Botschaft angekommen!!! Verlorengegangen bei der Österreichischen Post!!! Ich erspare euch nun meine weiteren Gedankengänge zumal mir das bereits zum zweiten Mal passiert ist!!!

Was nun…wir haben nur mehr vier Tage bis zum Urlaubsbeginn, Pässe sind weg (wir haben zum Glück zwei Pässe in denen sich jedoch die Stempel von Israel befinden…) – wir müssen in Windeseile ein neues Urlaubsziel klar machen, Visa besorgen – STRESS COME ON!!!

 

W O H I N   S O L L E N  bzw. K Ö N N E N  W I R  F A H R E N  ? ? ?

Wir entschieden uns für die Mongolei. Zum Glück ist in der Nähe von Innsbruck das Reisebüro – GEO Reisen mit der überaus tüchtigen Monika hinterm Schreibtisch die uns unglaublich behilflich war bei der  r a s c h e n  Besorgung der Einladungen die wir zur Beschaffung des russischen und des mongolischen Visas benötigten. Nach vier Tagen Dauerstress war es dann endlich soweit – wir hatten das russische Visum direkt in Salzburg an der Botschaft abgeholt, das mongolische Visa würden wir schon irgendwie am selben Tag in Wien bekommen – und so war es dann auch. Etwas überrumpelt –  die Botschafter hatten an diesem Tag frei – bekamen wir ausnahmsweise tatsächlich am selben Tag die Visa für die Mongolei ausgestellt und unsere Reise konnte nun endlich beginnen.

Ich sage immer WIR!

Das Team 2011 bestand aus meiner Frau – Helga Haglmayer auf dem Sozius, unserem Freund Davor v. Winterfeld der uns schon nach Ägypten begleitete und eben mir – Georg Haglmayer.

01 Reiseroute 2010 19500 Km

19500km legten wir in 30 Tagen zurück – auf einer unseren anstrengendsten und schönsten Reisen!

 

 

Über Ungarn fuhren wir durch die Ukraine. Wir hatten uns ausgerechnet: ~ 800km pro Tag werden wir fahren müssen um diese Distanz zu bewältigen…also Gas,Gas,Gas…Das Wetter spielte mit, unser Speed passte…und in der Ukraine bezahlten wir unsere ersten Radarstrafen… . Über Kiev steuerten wir in weiterer Folge nach Russland. Unser eigentliches Reiseziel war ja die Mongolei – also hielten wir uns unterwegs auch nur selten länger auf als nötig. Die Russische Grenze war nach einer halben Stunde passiert (Belgorod) und wir fuhren die nächsten Tage über Samara, Ufa, Chelyabinsk, Kurgan nach OMSK wo wir unseren befreundeten Motorradkollegen einen Besuch abstatteten. Na die haben Augen gemacht als wir nach drei Jahren wieder auf deren Schwelle standen. Bei reichlich Vodka und einer Unmenge an kulinarischen Köstlichkeiten wurde das Wiedersehen begossen, leider mussten wir tags darauf unsere Reise fortsetzen. Unterwegs kam es auch zum einen oder anderen Schreckmoment, speziell als uns ein russischer Hubschrauberpilot eine halbe Stunde lang „jagte“ und uns in Angst und Schrecken versetzte.

08 Ueberquerung Der Wolga In Russland
09 Perfekter Schlafplatz In Russland
10 Endlose Weiten Russlands
11 Kritische Situation Mit Rus Kampfhubschrauber

Endlich verließen wir die unendlichen Ebenen Russlands und wir fuhren Richtung Altai Gebirge. Wildromantische Gebirgszüge – mit Schnee bedeckt – taten sich vor uns auf. In der Einöde – es waren schon längst keine Dörfer mehr anzutreffen – hielten wir spätabends bei einigen Häusern die am Straßenrand standen an um nach der nächsten Herberge(Gostinica) zu fragen. Da weit und breit nichts Derartiges zu finden war luden uns die im Hause befindlichen Männer ein bei sich Quartier zu beziehen. Es war zwar sehr einfach – aber trocken und warm. Wir waren Gäste von Arbeitern Vladimir Putins, die in dieser prachtvollen Gegend eine Residenz für ihren Bauherrn bauten.

12 Wir Machen Pause
13 Unser Davor Spuert Bereits Die Kilometer
14 Wir Haben Wetterglueck
15 Nicht Mehr Weit Zu Unseren Freunden
16 Russischer Strassenmarkt
17 Jetzt Aber Schnell Weiter
18 Wir Haben Es Wieder Gefunden Freunde In Omsk
19 Wer Hat...der Hat
20 Unser Freund Micha Mit Seinen Toechtern
21 Es Wird Kaelter Und Kaelter
22 Wir Kommen Ins Altai Gebirge
23 Putins Arbeiter
24 Unsere Behausung Im Altai
25 Wildromantische Gegend

Nach 10 Tagen war es endlich soweit – wir stehen vor den Toren zur MONGOLEI!  Die Grenze war allerdings geschlossen…was nun?? Kein Mensch zu sehen, kein Hinweisschild…nix. Naja, wir haben uns einmal hingesetzt und am Boden unser Mittagsessen eingenommen…nach drei Stunden – wir konnten es kaum glauben – kamen Menschen aus dem Zollgebäude und öffneten die Schranken. Tja, die Mongolen hatten eben Mittagspause!

26 Wir Fahren Zur Mongolischen Grenze
27 Heilige Staetten Und Berge Mit Schnee
28 Nicht Mehr Weit
29 Jetzt Kommen Die Stollen Drauf
30 Die Strassenreifen Werden Wieder Mitgenommen
31 Da Sind Wir Nun
32 Letzte Nacht Vor Der Mongoleiienreise
33 Schon Recht Viel Gegend
34 Nicht Zu Glauben...keiner Oeffnet

Tsagaannuur – das ist der westliche Grenzübergang über den man in die Mongolei reinkommt hatten wir nach 45 min. hinter uns gebracht, was nun folgte war nur mehr schön, abenteuerlich, anstrengend, erfüllend…ich könnte ewig nur in Superlativen weiterschreiben. Nur in größeren Dörfern gibt es Asphalt, ansonsten besteht das Wegenetz der Mongolei ausschließlich aus Schotterwegen und Pisten.

 

 

Wir waren heilfroh dass wir vor der Grenze unsere mitgenommenen Stollenreifen montiert haben! Zum Glück hatten wir mit unseren großen Tanks auch eine Reichweite von ca.500km ansonsten wär’s mit der Spritversorgung auch manches Mal knapp geworden.  Anstrengenden Pistenfahren folgten langwierige und gefährliche Fluss- Durchquerungen, ein Land das keine Straßen hat braucht auch keine Brücken ;-)  - ein Eldorado für jeden Enduristen. Noch etwas fällt in diesem Land auf: ES IST DAS LAND  O H N E  ZÄUNE!

35 Da Gibt Es Etwas Zu Essen
36 Bozz Mit Fleisch Gefuellte Teigtaschen
37 Ab Jetzt Wirds Hart
38 Zum Gluek Haben Wir Stollenreifen
39  Ein Ovoo Am Wegesrand
40 Morgenerwachen
41 Ja Da War Schon Jemand
42 Schueler In Der Mongolei
43 Jeder Meter Bedeutet Action
44 Naechte In Der Mongolei
45 Platz Ohne Ende
46 Rauhes Land
47 Graeber In Der Mongolei
48 Mongolischer Reiter
49 Jurte
50 Die Mongolen Ziehen Weiter
51 Ist Das Riesig
52 Richtung Ulaan Baatar
53 Die Strassen Werden Besser
54 Neugieriger Mongole
55 Tortour Fuer Mann Und Maschine
56 Ohne Worte
57 Auf In Die Hauptstadt
58 Pferdegedenkstaette
59 Noch Ein Mal Schlafen...
60  Letzte Nacht Vor Ulaan Bataar
61 Wir Sind Da
63  Schwarzmarkt In Ulaan Baatar
64 Historische Altstadt
65 Goldene Buddahstatue
66 So Gross War Das Reich Tschingis Kahns

Vom Hochgebirge im Norden der Mongolei, runter zur Wüste Gobi, rauf nach Ulaan Baatar – der Hauptstadt der Mongolei führte uns in groben Zügen die Reise. Etwas zu Ulaan Baatar: Landeshauptstadt- die einzig echte Stadt der Mongolei, asphaltiert, laut, viel Verkehr, viele Touristen, Stress, Hektik…mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich wollte früher schon mal dorthin fahren um die Mongolei zu sehen, ich bin froh dass ich die richtige, ursprüngliche Mongolei außerhalb ihrer modern- europäisch anmutenden Hauptstadt sehen und erleben durfte. Ulaan Bataar ist nicht Mongolei! Wer zwar in UB war, hat die Mongolei nicht gesehen! Doch wer suchet der findet: zwischen jeder Menge Luxusautos- vom Hummer über Porsche Cayenne etc., IKEA, modernsten Gebäuden, Fabriken und Plattenbauten haben wir dann doch sehr schöne Plätze gefunden, die quasi am Ursprung jener Zivilisation standen, die speziell in UB in ihrem sehr jungen Dasein sehr schnell gewachsen ist. Absolut sehenswerte Ziele waren dort der sogenannte Schwarzmarkt – der nur so heißt und vor dem überall vor Taschendieben gewarnt wird- es gibt nichts, was man auf diesem Markt nicht kaufen kann, dann das historische Ulaan Baatar – das mit seinen Klöstern und den Mönchen den Ursprung dieser noch sehr jungen Großstadt bildete, Denkmäler von Dschingis Khan-ein wichtiger Teil der Landesgeschichte und nicht zuletzt die Vorstadtviertel die heute noch aus Jurtensiedlungen bestehen. Drei Tage verbrachten wir letztendlich dort um in weiterer Folge den Weg Richtung Norden einzuschlagen. Ulaan Bataar – Russland verbunden mit der einzigen Asphaltstraße des Landes haben wir nach einigen Stunden hinter uns gebracht.

66 Wieder In Rus, Ulan Ude
67 Am Weg Nach Irkutsk
68 Baikalsee Und Transsibirische Eisenahn
69 Mein Reifen Nach 4500 Km Mongolei
70 Valerie Der Weltreisende
71 Der Ukrainer Valerie Kryshen
72  Valeries Tour
73 Wir Besuchen Stalingrad
74 Ehrengarde
75 Davor Verlaesst Uns In Ungarn

In Ulan Ude (Rus) fuhren wir mit unseren Bikes zum Bahnhof, denn – bedingt durch diverse Fahrtunterbrechungen in der Mongolei wie Flussdurchquerungen, Reifenschäden und dgl., waren wir ein wenig unter Zeitdruck, um Tickets zu lösen für die TRANSSIBIERISCHE EISENBAHN die uns mit nach Moskau nehmen sollte. Nach vier Stunden Wartezeit bekamen wir die Message dass wir dieses Ticket nur in IRKUTSK lösen könnten. Also auf nach Irkutsk. Dort angekommen lag ich erst mal zwei Tage mit Fieber im Bett. Es nützte alles nichts – das Visa war nur mehr vier Tage lang gültig, also versuchten wir es in Irkutsk verlängern zu lassen – CHANCENLOS. Was nun, schnell zum Bahnhof – Tickets kaufen für Mann und Maschine….die nehmen uns nicht mit…jetzt dampft die Kacke!! Und so packten wir in Windeseile unsere Bikes und fuhren in 3 ½ Tagen 6000km bis zur Rus – Ukrainischen Grenze! Das war eine Tortur!! Nur stehenbleiben zum Essen, Trinken und zum Pipimachen ;-)!

Aber nein da war noch was: Da haben wir – entgegenkommend einen Weltreisenden aus der Ukraine getroffen, den VALERII KRYSHEN  über den wir uns anfangs noch lustig gemacht haben wegen seiner mangelhaften Ausrüstung. Wieder zu Hause haben wir ein wenig im Internet nachgesehen wo den unser Freund so umherkurvt in der Weltgeschichte: von Südkorea nach Nordamerika, kreuz und quer runter nach Südamerika (natürlich auch dort kreuz und quer)und von Bolivien aus nach Portugal. Da wir ja unterwegs unsere Adressen ausgetauscht haben durften wir ihn heuer im Juni auf seiner Heimreise in Innsbruck bei uns zu Hause als Gast willkommen heißen und es entwickelte sich eine tolle Freundschaft.

Nun - wir schafften diese 6000km in 3 ½ Tagen, sahen uns noch in Volvograd das Kriegerdenkmal- die Gedenkstätte Mamajew Hügel an und verloren dann keine Zeit mehr um den Heimweg anzutreten. Durch die Ukraine flitzten wir sozusagen nur mehr durch, Fotos wurden ausschließlich nur mehr im Fahren gemacht und in Ungarn trennten wir uns von unserem Freund und Reisegefährten – dem Davor, da er seinen Eltern in Bosnien noch einen Besuch abstatten wollte. Müde, erschöpft, tausende Erfahrungen reicher kamen wir dann spätabends in der HARLY BAR in Innsbruck an – 19500km mehr auf unserer BMW – um mit den auf uns wartenden Freunden einen (bzw. mehrere) Humpen Bier zu trinken.

76 Wir Sind Daheim   Harlybar Innsbruck

Die endlosen Weiten der Mongolei, seine freundlichen Menschen, die beeindruckenden Landschaften mit ihrer artenreichen Tierwelt(wilde Kamele, Pferde, Greifvögel…) werden wir per Motorrad auf alle Fälle wieder bereisen –auf jeden Fall mit etwas mehr Zeit.