2011 Georgien - Der Sonne entgegen

poster2011 war für mich ein sehr schwieriges Jahr…

Im Mai stand eine Halswirbelsäulen OP an (Verplattung und Verschraubung) und ich wusste nicht wie es mir danach gesundheitlich ergehen würde und ob ich danach überhaupt je wieder so weite Strecken fahren könnte wie ich es ja bisher gewohnt gewesen war.

Nun, der Tag der OP kam heran und mir war klar dass ich sofort danach erstmal nicht Motorradfahren DARF – das gesundheitliche Risiko wäre zu groß gewesen.

Also beschloss ich erstmal mir einige Teile für meine Hayabusa zu kaufen um – wenn ich wieder daheim bin – ein wenig schrauben zu können und dadurch doch mit meinen geliebten Motorräder zutun haben zu können. Neue Gabelbrücke, Stahlflexleitungen, Hochlenker…jeden Tag eine Schraube anbringen - so war mein Plan.

Nun, die OP verlief sensationell gut, ich kam früher nach Hause als geplant und so dauerte es nicht lange bis ich begann meine Hayabusa umzubauen.

001a Mein Hals Nach Der OP
001b
01 Nach Meiner OP

Auch da war ich früher fertig als gedacht und als ich einen Spaziergang zu einem meiner Sponsoren dem Ahrer Gigi von der Motorradausstattungsfirma „ROAD IN“ machte und dieser Fotos von meinem Hals sah spendete er mir völlig selbstlos einen LEICHTHELM mit den Worten: "JETZT BRAUCHST DEN HELM, DAMIT DEIN GENICK MÖGLICHST WENIG BELASTET WIRD"
mir war klar…ich würde „irgendwohin fahren“ mit dem Ziel:

DER SONNE ENTGEGEN

Vier Monate Krankenstand wurden somit von mir beendet indem ich mir 5 Wochen Urlaub nahm und mein Motorrad (meine GS 1150) bepackte und Anfang September zuerst einmal den Weg Richtung Istrien einschlug. Begleitet wurde ich in meinem „Urlaub“ von meinem in München lebenden Freund dem Peja – meine Frau war froh dass jemand auf mich „aufpassen“ würde. Nun, nach Istrien zu fahren war für mein Genick kein Problem, wir verbrachten ein Wochenende beim Motorradfest vom MC TWIN HORN um danach die Kroatische Küstenstrasse hinunterzufahren. Mit jedem gefahren Kilometer erstarkte mein Körper und wir fuhren weiter nach Montenegro, Serbien, Bulgarien und plötzlich waren wir in der Türkei.

001
02 Abschiedsparty Im Harlys
03 Kroatien Liegt Hinter Uns
04 Schlafplatz In Serbien
05 Immer Weiter Nach Sueden
06 Ploetzlich In Der Tuerkei
07 Schlafplatz Im Kornfeld

"Hmmm…lass uns doch rauf fahren zur Schwarzmeerküste" sagte ich und so war`s dann auch. So tingelten wir die komplette Küste entlang bis nach HOPA – die letzte Stadt an der Küste vor Georgien. Nun – was tun…wir haben noch sooo viel Zeit – Peja – wir fahren nach GEORGIN rein, ich war schon 2x dort, das ist ein wunderbares Land zum Motorradfahren und außerdem benötigen wir kein Visa!! So fuhren wir zuerst die Schwarzmeerküste hinauf nach POTI, und dann weiter in den KAUKASUS.

08 Ueber Den Bosporus
09 Wir Sind Am Schwarzen Meer
10 Unsere Route Bisher
11 Georgische Grenze
12 Hinauf In Den Kaukasus

Uns wurde versichert dass die gesamte Strecke asphaltiert sei – also kein Problem für uns!! Tja, das war natürlich ein schwerer Fehler denn entlang der Russischen Grenze gab es KEINEN ASPHALT. Ganz im Gegenteil. Die Strecke hinauf nach MESTIA, USHGULI war wildromantisch, mit Straßenmotorrädern NICHT ZU BEFAHREN!! Schneebedeckte 4000m bis 5000m hohe Berge säumten unseren Weg. Immer wieder wurden wir durch Erdrutsche und Muren an der Weiterfahrt gehindert. Uns so kam es dass wir für eine Strecke von 190 km fast drei Tage benötigten!!! Das war auf alle Fälle Abenteuer pur – und mein Genick – hat gehalten und keine Probleme bereitet. Wir kamen wieder runter ins Tal und fuhren über KUTAISI Richtung TIFLIS – der Hauptstadt Georgiens.

13 Langsam Wird Es Rustikal
14 Da Gibt Es Kein Weiterkommen
15 Bauarbeiter Machen Uns Den Weg Frei
16 Die Beruehmten Wehrtuerme In Diesem Gebiet
17 Tuerme Wohin Das Auge Sieht
18 Angeblich Gibt Es Ueberall Asphalt
19 Hoeher Und Hoeher Hinauf
20 Das Kann Man Nicht Glauben
21 Beeindruckende Bergwelt
22 In Diese Richtung Muessen Wir
23 Langsam Verlaesst Uns Der Mut
24 Wieder Im Tal
25 Weg Nach Tiflis

Nun, Tiflis ist eine sehr schöne Stadt – die wir auch „kurz“ besichtigten, ich kannte sie schon aus früheren Zeiten. Wir verbrachten dort eine Nacht in den zahlreich angebotenen Quartieren bei einer Familie, Ein Zimmer für zwei Personen pro Nacht:15Euro…das ist leistbar ;-)! Tags darauf beschlossen wir uns das nächste Highlight zu geben: der GEORGIEN MILITARY HIGHWAY. Einzige Verbindungsstraße zwischen Russland und Georgien, Verbindung zwischen Süd- u. Nordosetien. Ca. 30km nördlich von Tiflis passiert man das am Stausee gelegene Schloss ANANURI. Dort stehenbleiben um Fotos zu machen ist natürlich ein absolutes MUSS!! Wildromantisch zieht sich die Straße hinauf Richtung KASBEGI – die Straße ist zum Teil in einem sehr schlechten Zustand, jedoch auch mit „normalen Straßenmotorrädern“ zu befahren. Immer wieder stehen neben der Straße einfache Bäuerinnen die ihre selbstgestrickten Socken und die für diese Gegend typischen Schafmützen den vorbeikommenden anbieten. Dort haben wir natürlich auch unsere Souveniere eingebunkert. Nachdem wir den Highway bis zu Rus. Grenze zurückgelegt haben (entlang des gewaltigen Daria Cannyon) fuhren wir wieder zurück nach Tiflis um in weiterer Folg den Osten des Landes zu erkunden. Riesige Weinrebengärten säumten unseren Weg – Georgien ist nicht nur wegen seines Grüntees berühmt, nein, auch der Wein ist von besonderer Qualität.

Im Gegensatz zu früheren Jahren hat sich Georgien für den Touristen sehr sehr zum positiven gewandelt und ist absolut gefahrenlos zu bereisen.. Sehr freundliche Menschen waren allerorts anzutreffen und auch die Exekutive war sehr korrekt und absolut vorbildhaft!!

26 Im Zentrum Von Tiflis
27 Hinauf Zum Georgian Military Highway
28 Schloss Ananuri
29 Weg Richtung Norden
30 Strassenverkaeufer
31 Kurz Vor Kasbegi
32
33 Strassenverkaeuferinnen

3500km Georgien lagen hinter uns, wir hatten noch ein wenig Zeit und so beschlossen wir auch noch schnell mal nach ARMENIEN hinunter zu fahren. Vor einigen Jahren lernte ich dort einen Motorradfahrer – den AREG - kennen, den wollten wir unter anderem besuchen.

An der Grenze muss man zuerst einige Zettel ausfüllen, eine Motorradversicherung abschließen und dann gelangt man in das Land der URCHRISTEN. Zahlreiche Klöster fuhren wir an um diese zu fotografieren – leider sind die meisten davon in einem erbärmlichen Zustand, es fehlt hinten und vorne das nötige Geld um diese Gebäude in einem guten Zustand erhalten zu können. Wir umrundeten zuerst den SEVANSEE um anschließend meinen Freund AREG HARUTYUNYA zu besuchen. Die Wiedersehensfreude war riesig und mein Freund zeigte uns auf der Landkarte (wir tranken dabei einige Bierchen) welche Sehenswürdigkeiten wir uns unbedingt anzusehen hätten.

Ca. 40km südlich der Hauptstadt JEREVAN gelangt man zum KOHR VIRAP am Fuße des Berg Ararat. Das meistfotografierte Motiv Armeniens mit einer beeindruckenden Hintergrundgeschichte betreffend den Hl. Grigor, der dort vom Heidnischen König 13 Jahre lange in einem Erdloch gefangen gehalten wurde. Nachdem der König nach einer schweren Krankheit vom Hl. Grigor geheilt wurde ernannte der Heidenkönig das Christentum zur Staatsreligion!!

34 Wir Sind Nun In Armenien
35 Tuepisch Armenische Kirche
36 Armenischer Bauer
37 Armenische Passstrassen
38 Am Sevansee
39 Campen Am Sevansee
40 Erewan
41 Mein Freund Areg Aus Erewan
42 Auf Zum Ararat
43 Khorp Virap Mit Ararat Im Hintergrund

Wir fuhren runter bis zur Iranischen Grenze und konnten nicht glauben wie einfach die Menschen in Armenien leben müssen. Ist Georgien schon ein armes Land – scheint Armenien wahrhaft vergessen worden zu sein. Der Straßenzustand ist zeitweilig bedenklich, im Großen und Ganzen aber einigermaßen gut zu befahren. Nach den drei Tagen intensiven Erkundens von Armenien trafen wir uns wieder mit meinem Freund Areg. Nach einem typisch armenischem Festessen verabschiedeten wir uns von unserem Freund und machten uns wieder auf den Weg Richtung Türkei. Da es nicht möglich ist direkt von Armenien in die Türkei zu gelangen (seit dem Genozid sind die Grenzen geschlossen) mussten wir zuerst wieder nach Georgien fahren um von dort aus in die Türkei zu gelangen.

Ständig befanden wir uns auf einer Seehöhe von ca. 1800m bis 2000m im Türkischen Hochland. Unser Ziel war die Zentraltürkei – und zwar Kapadokien, Ürgyp, Nevsehir, Kayseri, unterirdische Städte, in Sandstein gehauene Kirchen, den meisten Türkeiurlaubern rufen diese Worte wunderschöne Erinnerungen hervor!

Nach vier Tagen Kapadokien fuhren wir wieder in den Süden des Landes, runter nach Antalia. Endlich wieder Meer – aber leider für uns auch wieder viele Touristen!! Wir besuchten in Dalian direkt am Kaunos meinen Freund SELCUK – von MIDAS CAMPING, was für mich schon seit vielen Jahren absolutes MUSS ist wenn ich in diese Gegend komme!! Erstklassige Gastfreundschaft, alles sehr sauber, wunderbare Natur…

Im Zeitraffer nun unsere Rückfahrt: Von Dalian nach Bodrum, dort mit der Fähre auf die Insel SAMOS, von dort nach Piräus. Am Landweg der Küste entlang nach Albanien und durch Kroatien wieder rauf bis nach good old Austria.

52 Antalia
53 Von Bodrum Nach Samos
54 Im Hintergrund Der Pelopones
55 Grenze Zu Albanien
56 Albanien
57 Kueste Um Durres
58 Albanische Bunkeranlagen
59 Albanien
60 Temperatur Und Kilometer!
61 Inselhuepfen In Kroatien

Am 7.10. wurde ich in der HARLY COFE BAR in Innsbruck von Freunden erwartet und das Bier floss in Strömen.

62 Leichter Schneefall Am Brenner
63 Empfang In Der Harlybar Innsbruck

Mein Hals war OK, ich hatte überhaupt keine Probleme und während meiner Abwesenheit hatte meine Frau für mich eine besondere Überraschung für mich vorbereitet, die mich dazu veranlasste in wenigen Sekunden schweißnass vor der Leinwand zu sitzen um mitanzusehen was meine Freunde für mich unternahmen.

 

Transformation of Hayabusa to Haglbusa from Georg Haglmayer on Vimeo