2007 Nepal

5 Wochen – 16000 km

Bereits während unseres letztjährigen gemeinsamen Westafrika- Abenteuers war uns allen klar, dass wir wieder gemeinsam auf Tour gehen werden. So beschlossen wir bereits gegen Ende der Reise 2007 genau gesagt in Agadir bei einem kühlen Blonden,  mit den eigenen Maschinen nach NEPAL zu fahren.
Das einzige Problem das wir tatsächlich hatten war dass die politische Situation in Pakistan brandgefährlich war und wir fast täglich von irgendwelchen Anschlägen auf Moscheen und auch auf die Zivilbevölkerung über die Medien informiert wurden.

 

Nun – um nach Nepal zu gelangen muss man einfach über Pakistan reisen und so beschlossen wir unsere Reisepläne in die Tat umzusetzen.
Zu Reisebeginn sah dann unser Team folgendermaßen aus: Der Labas`Darko aus Kroatien, meine Helga – diesmal von Beginn an  und ein Neuling in unserer Runde – der Rakela Zeljan aus SPLIT, mit mir zusammen ein spitzen Quartett!

Der Weg führte uns:

von Österreich über – Italien – Slowenien – Kroatien – Serbien – Bulgarien – Türkei – Iran – Pakistan – Indien nach NEPAL

Bis an die Ostgrenze der Türkei benötigten wir 5 Tage und dann begann für uns das wahre Abenteuer. An der Türkisch - Iranischen Grenze (Dogubayazit) mussten wir Helga in eine Iranerin umstylen. Sie bekam erstmal ein Kopftuch umgebunden das sie die nächsten 8 Tage (bis zur Indischen Grenze) nicht mehr absetzen durfte.
War es für uns Männer eine tolle Sache Land und Leute dieses Landes kennen zu lernen war es für Helga doch bedeutend schwerer sich zurechtzufinden und zu verstehen dass die Frau im Iran einen doch sehr nachgeordneten Stellenwert hat. Über Tabris (dort mussten wir Karten kaufen um an den Tankstellen überhaupt Benzin zu bekommen) fuhren wir durch Teheran, weiter nach Bam (katastrophales Erdbeben 2003)und von dort aus nach Zahedan. In diesem Dreiländereck (Afghanistan-Pakistan-Iran) war es bereits augenscheinlich dass man hier mit Unruhen aller Art zu rechnen hatte – so groß war die Militärpräsenz. Balutschistan   ist ein Landstrich – vergleichbar mit Kurdistan. Dort leben freiheitsliebende etwas rebellische Menschen die von den jeweiligen Machthabern des Landes unterdrückt werden.

01 Helga Wird Zur Iranerin
02 Iraner Schenken Uns Blumen
03 Iran Am Weg Nach Bam Erdbeben 2003
04 Kurz Vorm Iran

So war in Mir Jaweh / Taftan absolutes Ausgehverbot für die Bevölkerung! Die Straßen waren menschenleer – bis auf uns!! Hätten wir vorher gewusst welche Folgen dies hatte – diesen Gang hätten wir uns erspart!
Natürlich waren diese Menschen neugierig und fragten uns freundlich woher wir denn kommen würden. Sie entfernten sich dabei von ihren Häusern und wurden daraufhin vom herbeieilenden Militär brutal zusammengeschlagen! Wir waren hilflos, fassungslos und eingeschüchtert, die Zusammenhänge dieser Aktion für uns sehr schwer zu verstehen! Spätabends – unter militärischen Begleitschutz – wurden wir dann in den Pakistanischen Sektor eskortiert um dort einigermaßen sicher übernachten zu können, so erklärte man es uns wenigstens. Am drauffolgenden Morgen überschritten wir die Grenze – das ging ziemlich reibungslos und flott von statten – und wir waren im wilden PAKISTAN.

01 An Der Pakistanischen Grenze
02 Linksverkehr In Pakistan
03 Reger Verkehr In Pakistan
04 Pakistanische LKW
05 Pakistanischer Begleitschutz

Schon an der Grenze fielen uns die gewaltigen bunt geschmückten und verzierten LKWs auf. Wir waren geradezu beeindruckt. Wir fuhren über wildeste Pisten und so genannte Straßen Richtung QUETTA. Dort war erstmal Schluss mit alleine weiterfahren! Wir wurden die nächsten 150 km von mehr oder weniger stark bewaffneten Militärs und Polizei eskortiert und durchs Land begleitet! Kaum Frauen waren zu sehen und wenn,  dann waren ihren Körper in eine Burka gehüllt! Sowie wir diese Ballungszentren verlassen hatten waren wir wieder frei und konnten unseren Weg wieder ohne „Begleitung“ fortsetzen. Waren uns alle Menschen bisher wohlgesonnen, kam es am dritten Tag – nahe der Grenze zu Afghanistan – zur Beinahekatastrophe.
Unter einem Vorwand wurden wir von Militärs festgehalten und wir hatten einen ganzen Tag lang deren Psychoterror zu erdulden! Der Pass von Helga wäre nicht echt (in ihren Haaren waren am Passfoto blonde Strähnen zu erkennen die jetzt nicht zu sehen waren) und um unsere Zusammengehörigkeit zu beweisen sollte ich mit ihr vor den Soldaten schlafen!! Ein anderer Soldat entledigte sich seiner Uniform und kam in seiner Freizeitkleidung daher und meinte Rakela sollte doch mit ihm ins Bett gehen! 8 Stunden Terror pur waren auszustehen – nach der 6. Stunde Gefangenschaft  bekamen Darko und Helga ob der gefährlichen Situation einen Hautauschlag am ganzen Körper und Durchfall!
Plötzlich – der Abend nahte bereits – kam aus dem nahe gelegenen Militärzentrale ein Kommandant zu uns und unseren Peinigern und verjagte uns wild gestikulierend von diesem Stützpunkt! Wir waren frei und nur mehr bedacht aus diesem Land zu kommen.

Jedoch machte uns Mutter Natur einen Strich durch die Rechnung: in den Bergen gab es Unwetter und so bildeten sich reißende Bäche und Flüsse wo ansonsten kein Tropfen Wasser zu finden war. Wir schafften es mit gemeinsamer Hilfe drei dieser Fluss- Durchfahrten heil und ohne Schaden an den Motorrädern zu überstehen doch beim vierten Fluss war Schluss. Ein Lkw war im reißenden Wasser stecken geblieben und so mussten wir eine weitere Nacht in Pakistan in der Wildnis verbringen.
Doch auch hier waren es wieder die LKW Fahrer die uns zu essen und trinken gaben und sehr freundlich waren.

Über Lahore gelangten wir am nächsten Tag endlich nach INDIEN. Dort hatten wir wieder ein Telefonnetz um unsere Familien zu kontaktieren - diese machten sich bereits Sorgen da wir überfällig waren und uns nicht gemeldet hatten. Wir instruierten diese uns von Indien aus (GOA oder BOMBAY) eine Fährverbindung zu suchen die uns irgendwohin in den Norden bringen würde, denn wieder durch Pakistan zurückzufahren das kam für uns nicht in Frage !
Zwischen Pakistan und Indien verkehren keine Kfz und so müssen alle Güter von den LKW abgeladen und über die Grenze ins Nachbarland getragen werden!

01 Grenze Zu Indien

INDIEN hatten wir nach drei Tagen hinter uns gelassen. Haarsträubende Verkehrsituationen, Linksverkehr wie in Pakistan, enormer Smog in den Städten – wir wollten nur nach Nepal.

Endlich – wir waren an der Grenze zu Nepal!
Der Grenzbeamte der mir meinen Reisepass stempelte wusste dass es in Österreich einen guten Musiker gibt dessen Musik ihm sehr gefällt: sein Name sei Mozart! Ich war beeindruckt! Nepal faszinierte uns durch seine unglaubliche landschaftliche Schönheit. Von der Tiefebene gelangten wir langsam hinauf ins Hügelland um nach ein paar weiteren Kilometern den umwerfenden Blick auf das schneeweiß strahlende Himalaya Massiv zu erhalten. Im Tal grasgrüne saftige Reisterrassen und am Horizont die Ausläufer der 8000er.
Wir waren überwältigt! Zwei Tage blieben wir in einem Jungle- Nationalpark um auf dem Rücken der Elefanten wilde Nashörner, frei lebende Affen und anderes Getier sehen zu können.

Wir gelangten a nach POKHARA . Dort habe ich es dann getan:

NACH ALLEN STRESSSITUATIONEN DIE HELGA DURCH MICH MITMACHEN MUSSTE UND DEN BEDROHUNGEN DENEN SIE AUSGESETZT WAR – UND VOR ALLEM WIE SIE DARAUF REAGIERT HATTE WUSSTE ICH DASS ICH  UM IHRE HAND ANHALTEN WERDE!

Am Sangarkot – einem heiligen Berg der Nepalesen heiratete ich dann meine Helga nach Buddhistischem Ritus durch einen Guru. Vor uns eine riesige Buddhastatue und im Hintergrund das riesige Himalaya Massiv.

01 Nepal Anapurnamassiv
02 Heiratsantrag In Pokhara
03 Heirat Am Sarangkot
04 Richtung Kathmandu
05 Im Rumdudle In Kathmandu
06 Sightseeing In Kathmandu
07 Moenche Beim Geebet

Wir fuhren weiter nach KATHMANDU und da wir bereits wussten dass es keine Schiffsverbindungen nach Europa bzw. Afrika für uns gab blieb uns nichts anderes übrig als unsere Motorräder mit dem Flieger nach Istanbul zu senden! Ganz nebenbei bemerkt herrschte zu diesem Zeitpunkt in Nepal akuter Benzinmangel, da die Regierung Nepals die Rechnungen nicht an die Inder die den Sprit nach Nepal lieferten, bezahlten. So gab’s pro Mann und Nase und Tag exakt DREI LITER Treibstoff!
Die Motorräder wurden zwei Wochen vor unserem Abflug weggesandt damit wir - wenn wir nach Istanbul kommen gleich weiterfahren konnten. Soweit die Theorie ! 3500 Euro kostete es das Motorrad zu verschicken und weitere 700 pro Person. Während unsere BMW unterwegs war sahen wir uns gar alle Sehenswürdigkeiten von Kathmandu an und das war wahrlich beeindruckend.
Es war soweit – wir flogen von NEPAL nach NEW DELHI von dort sofort weiter nach DUBAI und dort hatten wir sofort Anschluss nach ISTANBUL. Wir waren da – nur von den Motorrädern hatte niemand etwas gehört oder gesehen. Wir verbrachten 5 Tage am Flughafen, machten Fluglinien, Österreichisches Konsulat in Wien und Delhi, das Office in Kathmandu rebellisch bis wir endlich wussten wo denn unsere Bikes sind und wenn sie ankommen würden!

Als wir dann endlich unsere Bikes durch die Hilfe eines türkischen Flughafenmitarbeiters – und wahren Engels  namens MURAT DIREN aus dem Zollcargo herausbekamen waren wir derart heiß aufs Motorradfahren, dass wir in einem Stück die Strecke Istanbul – Innsbruck
heruntergespult haben.

01 Kargoflughafen In Kathmandu
02 Nepal New Dehli Dubai Istanbul
03 Himalaya
04 Eine Woche  Ohne Motorrad In Istanbul

Wir haben unser allerletztes Geld an einer Tankstelle in Kufstein vertankt – aber wir machten uns keine Sorgen um unseren Willkommenstrunk in unserer ach so lieb gewonnenen HARLYBAR  in Innsbruck – der ist uns immer sicher! Zu Ende ging der Abend und somit unser Urlaub für uns indem wir  - voller Stolz -  I AM FROM AUSTRIA  sangen.